StartseitewerPhilharm. Chor Köln

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Der Philharmonische Chor Köln wurde im Jahre 1947 von Philipp Röhl als freier und unabhängiger Konzertchor gegründet. 1948 stellte sich Philipp Röhl erstmals mit dem Philharmonischen Chor Köln dem Kölner Publikum vor.


Schon bald zählte der Chor 200 aktive Sängerinnen und Sänger. Mit dieser Sängerschar bestritt Röhl rund 300 Chorkonzerte, überwiegend im Kölner Gürzenich. Er gastierte mit dem Chor in zahlreichen anderen deutschen Städten, aber auch im europäischen Ausland. Viele der Konzerte wurden von Rundfunkanstalten aufgezeichnet oder direkt übertragen. Als Philipp Röhl den Philharmonischen Chor Köln seinem Nachfolger Horst Meinardus übergab, genoss der Chor nicht nur nationale Anerkennung: Er wurde längst den europäischen Spitzenchören zugeordnet.

Seit 1990 hat Horst Meinardus - der bereits seit 1976 als zweiter Dirigent des Chores tätig war und vor allem mit einer Neueinstudierung der bedeutenden Händel-Oratorien auf sich aufmerksam machte - das von Philipp Röhl aufgebaute Repertoire beachtlich erweitert. Selten aufgeführte Werke, etwa von Honegger, Szymanowski, Suter, Respighi, Dupré, Martin, Petzold und Kodály erhielten einen Platz im Repertoire des Chores. Rudolf Petzold und Zoltán Kodály hatten bereits dank der Initiative Philipp Röhls ein besonders enges Verhältnis zum Philharmonischen Chor Köln. Petzolds Chorwerke wurden vom Chor uraufgeführt und Kodálys Chorkompositionen - seine Missa brevis, der Psalmus hungaricus und das Te Deum - begannen hier ihren europäischen Siegeszug. Wie viele andere namhafte Persönlichkeiten gehörten Petzold und Kodály zu den Ehrenmitgliedern des Philharmonischen Chores Köln.

Der hohe musikalische Anspruch stellt gerade an einen zahlenmäßig großen Laienchor (mit heute 100 Sängerinnen und Sängern) große Anforderungen an jedes einzelne Chormitglied. Das musikalische Konzept basiert auf einer intensiven ganzjährigen Probenarbeit und sorgsamer chorischer Stimmbildung. Von 1997 bis 2006 wurde Horst Meinardus dabei durch seine musikalische Assistentin Sabine Falter unterstützt.

Konzertreisen und die Mitwirkung bei bedeutenden internationalen Musikfestspielen führten den Philharmonischen Chor Köln in zahlreiche Städte Europas und des Nahen Ostens, wie z.B. in den letzten Jahren nach Dublin, Abu Dhabi und Kairo. Besondere Beachtung fand eine Israel-Tournee mit sechs Aufführungen der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Zahlreiche Konzerte des Philharmonischen Chores Köln wurden von Radiostationen in alle Welt übertragen. Auch in Fernsehprogrammen fanden Konzerte des Philharmonischen Chores Köln große Beachtung.

Im Laufe seiner Chorgeschichte hat der Philharmonische Chor Köln mit vielen bedeutenden Orchestern und Dirigenten zusammengearbeitet (z.B. Gürzenich Orchester / Kölner Philharmoniker unter Marek Janowski, Andrew Davis und James Conlon, Israel Chamber Orchestra unter Uri Segal, Thessaloniki-Staats-Orchester unter Alkis Baltas).

Aktuelle CD-Konzertmitschnitte unter der Leitung von Horst Meinardus liegen von Händels "Messias", von der "Messa da Requiem" von Giuseppe Verdi und der "Matthäuspassion" von Johann Sebastian Bach vor. Außerdem wurde eine Studio-CD mit der Missa Choralis von Franz Liszt und Motetten von Anton Bruckner veröffentlicht. Im Jahr 2001 wurde eine CD-Einspielung mit dem Gürzenich-Orchester / Kölner Philharmoniker unter der Leitung von James Conlon herausgegeben: Der Philharmonische Chor Köln singt Ausschnitte aus Opern, Oratorien und Messen mit dem Titel "Prayers" (Gebete). Die schönsten Chöre aus dem Weihnachtsoratorium spielte der Chor auf einer CD mit Ausschnitten aus der Aufführung im Dezember 2002 ein.

Anlässlich seines 60-jährigen Bestehens konnte der Philharmonische Chor Köln den namhaften Komponisten Wilfried Maria Danner für ein Auftragswerk gewinnen: Die Uraufführung von " ... silence ...", eine Komposition für gemischten Chor und Orchester auf drei Gedichte von E. E. Cummings, fand am 29. November 2008 in der Kölner Philharmonie statt.

Der Künstlerische Leiter

Der in Köln geborene Horst Meinardus begann seine berufliche Laufbahn nach dem Studium (u. a. bei Prof. Michael Schneider) in Köln als Kirchenmusiker und als Dirigent eines Konzertchores in der Nähe von Bonn. Dort erwarb er sich schon bald Erfolge als Dirigent von Chorkonzerten. Große Anerkennung gewann er als Chordirektor an der Kölner Oper, deren Ensemble er von 1973 bis zum Ende der Spielzeit 2005/06 angehörte.

Nach kurzer Lehrtätigkeit am Robert-Schumann-Institut in Düsseldorf wurde Meinardus 1978 Dozent an der Hochschule für Musik Köln. Er leitet die Opernchorschule und eine Klasse für Oratorien-Ensemble. Im Sommer 1999 ernannte die Hochschule ihn zum Professor.



Von früher Jugend an ist Horst Meinardus dem Philharmonischen Chor verbunden, zunächst als Sänger, später als musikalischer Assistent von Prof. Philipp Röhl, der auch sein Lehrer an der Kölner Musikhochschule war. Von 1976 an war er zweiter Dirigent des Chores, bevor er 1990 die Nachfolge von Prof. Röhl antrat. Das von Röhl in vielen Jahren aufgebaute und sorgsam gepflegte Repertoire des Philharmonischen Chores erweiterte Meinardus durch Aufführungen u. a. von Bachs "Johannespassion" und "Weihnachtsoratorium", Mendelssohn Bartholdys "Elias", Orffs "Carmina Burana" und durch die Einstudierung eines Zyklus von Händel-Oratorien, die zum Händel-Jahr 1985 in Köln unter großer Beachtung aufgeführt wurden.

Im Jahr 2000 dirigierte Prof. Meinardus auf Einladung der Tokyo Oratorio Society während eines dreiwöchigen Aufenthaltes drei Konzerte in Tokyo und Kawasaki mit dort beheimateten Chören (Mozarts "Requiem", Bachs "Matthäuspassion", Beethovens "Chorfantasie" und "C-Dur-Messe", Rheinbergers "Requiem in b-Moll"). Weitere Einladungen zu Gastdirigaten nach Tokyo folgten in den Jahren 2003, 2005 und 2008 (u.a. Mendelssohn Bartholdys "Paulus", Beethovens "Missa Solemnis", Brittens "War Requiem" und Orffs "Carmina Burana"). Der Richard Wagner Verband ernannte Prof. Meinardus im Oktober 2001 zum Ehrenmitglied.